Wer ein Franchise in Deutschland gründet, sollte nicht mit der Eintrittsgebühr beginnen und dort aufhören. Entscheidend ist der gesamte Kapitalbedarf bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Betrieb seine laufenden Ausgaben zuverlässig aus dem eigenen Cashflow tragen kann.

Welche Kosten gehören in die Planung?

Zur Startplanung können Eintrittsgebühr, Standort- und Mietkosten, Umbau, Ausstattung, Fahrzeuge, Erstausstattung oder Warenbestand, Schulung, Beratung, Genehmigungen, Versicherungen, Personal vor Eröffnung, Eröffnungsmarketing und Betriebsmittel gehören. Welche Positionen tatsächlich anfallen, hängt stark vom System und der Branche ab.

Franchisegebühren getrennt betrachten

Der Deutsche Franchiseverband unterscheidet die einmalige Eintrittsgebühr von laufenden Franchisegebühren. Laufende Gebühren werden häufig als Prozentsatz des Nettoumsatzes vereinbart; der Verband nennt als üblichen Rahmen 1 bis 15 Prozent, wobei das konkrete System und sein Leistungsumfang entscheidend sind. Zusätzlich können Werbeumlagen oder andere vertraglich vereinbarte Kosten entstehen.

Eigenkapital ist nicht dasselbe wie Gesamtinvestition

Ein Franchisegeber kann eine bestimmte Eigenkapitalbasis verlangen, während der Gesamtbedarf deutlich höher ist. Deshalb müssen Eigenmittel, Darlehen, Förderkredite und eine Liquiditätsreserve gemeinsam geplant werden. Auch private Lebenshaltungskosten sollten nicht mit der betrieblichen Reserve verwechselt werden.

Finanzierung mit aktuellem Förderstand prüfen

KfW weist ausdrücklich darauf hin, dass Franchisegründungen mit Förderprodukten unterstützt werden können. Beim ERP-Gründerkredit – StartGeld können Investitionen und laufende Kosten finanziert werden; laut KfW ist für dieses Produkt kein Eigenkapital zwingend erforderlich und die KfW übernimmt einen Teil des Kreditrisikos. Das bedeutet nicht, dass jede Gründung automatisch finanziert wird: Hausbank, Tragfähigkeit des Vorhabens und die jeweils aktuellen Programmbedingungen bleiben entscheidend.

Liquiditätsplan statt Wunschrechnung

Die wichtigste Kontrolle ist ein monatlicher Liquiditätsplan. Er zeigt, wann Miete, Löhne, Waren, Versicherungen, Kreditraten und Franchisegebühren bezahlt werden müssen und ob der erwartete Umsatz rechtzeitig als Geldzufluss ankommt. Rechnen Sie zusätzlich einen langsameren Start und höhere Anfangskosten durch.

Unsere Deutschland-Ratgeber

Vor Vertragsunterzeichnung

Quellen für die Grundstruktur dieses Ratgebers sind unter anderem der Deutsche Franchiseverband und aktuelle KfW-Informationen. Konkrete Systemkosten müssen immer beim jeweiligen Franchisegeber verifiziert werden.

Quellen und weiterführende Informationen

Häufige Fragen

Wie hoch sind laufende Franchisegebühren in Deutschland?

Der Deutsche Franchiseverband nennt für laufende Gebühren häufig einen Rahmen von 1 bis 15 Prozent des Nettoumsatzes. Das konkrete Modell hängt jedoch vom Vertrag und Leistungsumfang des Systems ab.

Kann ein Franchise mit KfW-Mitteln finanziert werden?

KfW führt Franchisegründungen ausdrücklich als förderfähige Gründungsform auf. Ob ein konkretes Vorhaben finanziert wird, hängt vom Programm, der Hausbank und der Tragfähigkeit des Projekts ab.